Zur Hohen Tanne – Am Eichkatzlweg
Daß man am Eichkatzlweg nicht nur Eichhörnchen begegnet war schon klar, aber daß dieser Weg durch eine so fantastische Felslandschaft führt, war für alle eine Überraschung.
Irgendwo hinter Sackdilling wanderten wir los, auf Forstwegen, Trampelpfaden und Waldwegen. Da waren sie schon, die ersten Felsgetüme, so auch die Salwackengrotte. Ein Spalt zwischen zwei gigantischen Felsformationen, an deren oberen Ende sich ein enormer Brocken verfangen hat. Rauf und runter gings zum nächsten Riesen, dem etwa 37 m hohen Rabenfels, ein zylindrischer Turm aus Frankendolomit mit einem gefährlich wirkenden Überhang an der Spitze. Dann fanden wir die älteste Buche des Bürgerwaldes, über 300 Jahre alt, mit einem Stockdurchmesser von über zwei Meter. Dieser gefällte Baumriese liegt hier, schon völlig bemoost und verwittert und bietet so ein Bild urigster Natur. Direkt am Weg das nächste beeindruckende Felsmassiv mit bizarren Formen, der Brunnsteinfelsen. Noch so ein sehenswertes Gebilde war dann der Parasolfelsen. Mitten im Wald vor einem Abhang steht ganz mayestätisch dieser steinerne Pilz, mit seinem grün bewachsenen Hut. Natürlich warfen wir auch einen Blick in die Betterlingshöhle, inmitten eines stattlichen Felsens führt hier ein enger Zustieg nach unten in das Erdinnere – sieht schwarz und beängstigend aus. Dann war’s aber Zeit für eine Mittagspause, und zwar in dem geschichtsträchtigen Gasthof Hohe Tanne. Eröffnet wurde dieser bereits 1905, nachdem er ursprünglich eine Dampfmaschinenstation für die Drahtseilbahn zum Erztransport war und später als Haltestelle an der Lokalbahn Auerbach-Ranna fungierte.
Nach gutem Essen machten wir uns auf den Rückweg, der uns zwar einige Höhenmeter abverlangte, aber stets durch diesen herrlichen, laub- und moosbedeckten Wald zu den Autos führte. Eine absolut erfüllende November-Wanderung.

 

Gedächtniswanderung

Wie es seit vielen Jahren Tradition des Bayerischen Wald-Vereins ist, haben wir uns heute wieder beim BWV-Bildstock am Fuße des Johannisbergs getroffen, zu einer Gedenkfeier für unsere in diesem Jahr verstorbenen Mitglieder. 14 Wanderer marschierten von Amberg aus zu diesem Ort, andere trafen per Bus oder PKW ein.
Das Wetter war so typisch für diesen Tag, nämlich trüb, grau und leicht nieselnd, was sich auch auf die allgemeine Stimmung schlug. Bewegend war, als Rudi Maier die 13 Namen der Verstorbenen verlas und zu jedem ein paar nette Worte fand. Auch ein neues, wunderschönes Bukett wurde von ihm niedergelegt. Die Feierlichkeit begleitete wieder Franz Badura mit Weisen auf der Posaune, auch das Feierabendlied zum Abschluss, das zwar etwas zaghaft, aber dennoch gerne mitgesungen wurde. Anschließend ließ sich die Mehrzahl der Teilnehmer im Gasthaus Dotzler nieder, um den Tag ausklingen zu lassen.

 

Schelmbachstein – Finstermühle
Startpunkt war heute der Parkplatz Nähe Schelmbachstein. Ein schöner Wanderweg führte durch den Herbstwald, wo das Meiste der gold-braunen Farbenpracht allerding schon auf der Erde liegt und sich hier als dichter bunter Teppich zeigt. Und das Rascheln im Laub macht auch noch immer Spaß. Auf diesem karstkundlichen Wanderpfad wurde es etwas felsiger und wir kamen zur Mysteriengrotte. Hinter dem 2m breiten Höhleneingang findet man eine 15 m lange Felshalle. Ob die Sage über die Mysteriengrotte wirklich auf das gelegentliche Erscheinen der “Weißen Frau” zurückgeht, wird wohl immer ein historisches Geheimnis bleiben. Die Blutspritzer, die man an der Höhlenwand fand, haben allerdings keinen mystischen Hintergrund, sie sollen von Schwarzschlachtungen stammen. Eine zweite Höhle, die Distlergrotte lag auch auf unserem Weg. Das ist eine Karsthöhle bei der Finstermühle mit einer Ganglänge von ca. 90 Meter. Diese Grotte diente früher als Bierkeller und wurde bis 1915 als Schauhöhle geführt. Bald waren wir dann in Finstermühle beim Gasthaus „Zur Linde“ und freuten uns auf das angesagte „Gansessen“. Gut gegessen machten wir uns auf den Rückweg, durch Wald und über feuchte Wiesen, leicht aufwärts, vorbei an Krottensee und zu der kleinen malerisch gelegenen Schlieraukapelle. Durch dieses wunderbare Tal, still und sanft, kamen wir dann zurück zum Parkplatz – nach einer wieder sehr gelungenen Wanderung, bei angenehmen Wetter und gesunder Luft.