Zauberwald-Orchideenwald,  Lichtenegg-Fürnried

 

"Grün, grün, grün ist alles was ich seh…“  Genauso empfand man heute während unserer Wandertour, die wieder mal ein echtes Schmankerl war. Für dieses Erlebnis musste man sich allerdings auch etwas anstrengen. Nach unserem Start in Lichtenegg ging es nämlich gleich mal steil aufwärts über den Kronberg zum ersten größeren Felsgebilde. Auf dem Waldboden war es so angenehm zu gehen. Wir begegneten hier etlichen Barfußläufern, die Waldbaden mit den Füßen praktizierten. Ein sehr verwurzelter Abstieg und ein weiterer schroffer Anstieg folgte, dann kamen wir zu dem mächtigen Türkenfelsen, eine mauerartige Felsformation aus löchrig angewitterndem Frankendolomit mit markanten Felsdurchbrüchen und Karstlöchern. Auch der Klettersport wird hier ausgeübt. Auf und Ab gings weiter, immer durch eine Art grüner Dschungel. Man fühlte sich umhüllt und eingebettet in dem frischen Grün der Bäume, Wiesen und Felder. Dann waren sie da, die Orchideen – und noch viele andere Leute, die schauen und fotografieren wollten. Schön waren sie ja wirklich, die grazilen Pflänzchen, mit den hellgelben Blüten und rotbraunen Kelchblättern. Natürlich musste diese kleine Schönheit von den vielen Kameras ringsum auch eingefangen werden. Unser Weg führte noch am Birkenfels vorbei, durch den kleinen Ort Wurmrausch und dann nach Fürnried. Im Gasthaus Goldener Stern durften wir uns dann eine Mittagspause bei sehr gutem Essen gönnen. Danach auf dem Rückweg erwischte uns doch noch aber eher mäßig der Regen. Die Wanderung durch herrlichen dichtbelaubten Wald, in der leicht feuchten Luft und mit Blick in diese beeindruckende Umgebung war so wohltuend für die Seele, befreiend für den Kopf und das viele satte Grün beruhigend, besonders für die allseits computergeschädigten Augen. Nach einem letzten An- und Abstieg über den Dandelberg erreichten wir die Autos – beseelt und wieder erfüllt von diesem Naturerlebnis.  

 

 

Kastl-Schweppermannsburg

 

Ist ja nicht weit, kann man meinen. Es geht aber auch anders, und das haben wir uns heute ausgesucht. Von Kastl aus nahmen wir den ersten Anstieg auf dem Kreuzweg zum Kalvarienberg. Ideales Wetter, angenehme Temperaturen, herrlicher Wald - da ließ es sich leichtfüßig wieder talwärts und dann auf die nächste Anhöhe hinauf wandern, mal Jurasteig, mal Jakobsweg. Ein bisschen quer durch Wald und Flur war auch dabei, da angezeigte Wanderwege plötzlich nicht mehr vorhanden waren. Über Gestrüpp, hohes Gras und Ackerrain wurde es recht abwechslungsreich und sogar romantisch. Die Blumenwiesen waren so wunderschön bunt, die Rapsfelder leuchteten gelb und auch die Gerstenähren wogten so beruhigend im Wind. Auf dem nicht mehr markierten Weg kamen wir, natürlich nochmals steil aufwärts, über den Heilingschlag nach Pfaffenhofen und letztendlich zur Schweppermannsburg. Hier in den Burghof lud der DAV Amberg zum Burgfest ein, wir gesellten uns dazu und konnten bei Bratwürstl, Kaffee und Kücheln gemütlich pausieren. Danach aber gingen wir auf dem direkten Wanderweg zurück nach Kastl. Das Eiscafe am alten Bahnhof neben dem Parkplatz weckte dann natürlich allgemein Gelüste auf ein paar Kugeln Eis. Es war ein richtig erfrischender Genuss zum Abschluss dieser spontan eingeschobenen und so reizvollen Wanderung.

 

 

Samstag 14. Mai 2022   -   Tag des Wanderns

 

 

Der diesjährige Tag des Wanderns brachte uns das Thema "Karpfen" näher, ein weiterer heimatlicher Naturschatz nach "Wasser", "Kräuter" und "Kartoffel"

 Von Asbach aus, ein kleiner Ort nahe Schwarzenbach, wanderten wir erst durch einen lichtdurchfluteten Wald und kamen bald in eine idyllische Teichlandschaft.

 Der Oberpfälzer Karpfen ist ein Erzeugnis dieser traditionellen Teichwirtschaft mit einer fast 1.000-jährigen Geschichte und daher ein echtes Naturprodukt. Heute zählt die Oberpfalz etwa 3.000 Betriebe, die auf ca. 10.000 ha Teichfläche Karpfenteichwirtschaft betreiben. Ursprünglich stammt der Karpfen aus Asien, die Römer brachten ihn vermutlich vor über 1.000 Jahren mit nach Europa. Im Mittelalter wurden Karpfen zunehmend in Teichen gehalten – er ist deswegen wesentlicher Bestandteil der Esskultur des Mittelalters. Der Karpfen war so beliebt, dass er damals doppelt so viel wie Fleisch kostete.

 Auf beiden Seiten der Wege fanden sich kleinere und größere Teiche, wie Keiferweiher oder Thundorfer Weiher, eingebettet in sattem Grün. Unmengen von Seerosen waren da, gerade so am Aufblühen. Eine wirklich malerische Gegend. Natürlich war auch eine Einkehr geplant, nämlich in der alten Ausflugsgaststätte Holzhaus, die uns frische Brotzeiten aus eigener Herstellung kredenzte. Nach der Biergartenpause machten wir uns auf den Rückweg, wieder umgeben von zahlreichen Weihern, Großer Weiher, Seitenweiher, Stockweiher. Die Sonne ließ das blaue Wasser glitzern, Schilf und Bäume spiegelten sich darin. So genossen wir wieder einen herrlichen entspannenden Wandertag, heute als Vorgeschmack auf den Sommer.

 

Jahreshauptversammlung des Bayerischen Wald-Vereins,

 Sektion Amberg

 Samstag 07. Mai 2022

 

 



Die jährliche Mitgliederversammlung, die für Anfang 2021 angedacht war, Corona-bedingt aber ausfallen musste, konnte nun nachgeholt werden. Im nahezu voll besetzten Pfarrsaal St.Martin hielt der 1.Vorsitzende Rudolf Maier nach der Begrüßung einen Rückblick auf das Jahr 2021.

 In der Zeit der Pandemie mit teilweisem Lockdown wurde wieder bewusst wahrgenommen, dass auch unser Land viele schöne Fleckchen Erde zu bieten hat.

 Auch unsere nähere Oberpfälzer Heimat lässt uns die Schönheit der Natur in ihrer Vielfalt erleben und erhält damit einen besonderen Stellenwert.

 Trotz mehrerer Absagen von geplanten Veranstaltungen konnte die Sektion Amberg doch zahlreiche Sonntags- und Mittwochswanderungen, sowie einige der vom Ehrenvorsitzenden Manfred Witt organisierten Tagesfahrten durchführen. Zu weiteren Aktivitäten zählten das Sommerfest am Karlschacht, Zugfahrt zur Landesgartenschau Ingolstadt, Teilnahme am Tag des Wanderns, eine Wanderwoche an der Mosel, die traditionelle Gedächtniswanderung nach Freudenberg und eine Weihnachtsfeier an einem neuen Standort in Vilseck. Rudolf Maier bedankte sich außerdem für die Betreuung von 134 km Wanderwegen, für das Engagement der Wanderführer und für den Einsatz aller ehrenamtlicher Helfer.

 Es folgte der Kassenbericht durch Schatzmeister Manfred Müller, dem von den Revisoren eine einwandfreie Belegführung bestätigt wurde. Die Entlastung des gesamten Vorstandes erfolgte einstimmig.

 

Natürlich wurden auch Mitglieder mit Urkunden und Ehrennadeln ausgezeichnet für ihre langjährige Treue zum Bayerischen Wald-Verein.

 für 25 Jahre:

 Rudolf und Regina Christl

 Annemarie Baumgärtner

 Wolfgang Dandorfer

 Hubert und Erika Matzke

 

 für 20 Jahre:

 Hans Prechtl

 Manfred und Gisela Müller

 Reinhard Heisler

 

 Die drei fleißigsten Wanderer des letzten Jahres waren Hedwig Lippert, Christl Gaigl und Hans Meier, sie erhielten ein kleines Präsent.

 Daran schloss sich dann der gemütliche Teil mit Vorführung eines musikuntermalten Video-Filmes über die vielen Wanderungen und Fahrten 2021 durch unsere wunderbare Landschaft. Ihren Abschluss fand diese Mitgliederversammlung nach einer kurzen Vorschau auf das in diesem Jahr noch vorliegende Programm, unter anderem die Teilnahme am Tag des Wanderns, eine Wanderwoche in der Sächsischen Schweiz, das Sommerfest am Karlschacht und eine Kulturfahrt nach Nördlingen.

 

 

Über'n Bleierzweg, Seugast-Freihung

 

Unsere heutige Tour – "auf dem Bleierzweg" -   führte uns von Seugast aus ins Land der Mühlen, der Weiher und Teiche, über Sumpfgebiet und Sandgruben. Diese ehemaligen Mühlen, wie Böcklmühle, Schallermühle, Rumpelmühle, Hämmerleinsmühle und andere, dienten damals zur Zerkleinerung des Bleierzes oder als Schmelzhütten, später wurden sie zu Getreidehütten umgebaut. Um die Verfügbarkeit des Wassers für die Mühlen zu erhöhen, wurden Mühlweiher als Pufferspeicher angelegt, heute ist die Landschaft von Weihern geprägt, die sich fast aneinanderreihen und mit den Schilfufern und dem frischen Grün ringsum ein wunderschönes Bild stiller Natur abgeben. Ein idyllischer Freizeitplatz mit Pavillon und einer Riesenschaukel auf einer Anhöhe lud zu einer kleinen Pause ein. Man hatte hier einen herrlichen Blick auf die Umgebung, auf Freihung und Thansüß. Über Wiesen und durch Wald mit endlosen wadenhohen Blaubeersträuchern kamen wir zu einem der Steinbrüche, in dem über Jahrhunderte Sandsteine aus der Kreidezeit abgebaut wurden. Überreste der Grube Vesuv – dem größten süddeutschen Bleierzvorkommen – sind in der Freihunger Gegend auch noch vorhanden. Äußerst interessante Informationen über Geschichte und Entwicklung des Abbaus der Bodenschätze in dieser Region zeigten diverse Schautafeln entlang unseres Wanderweges. Nun kam sumpfiges Gelände, da mussten wir durch. Der eine oder andere Fuß sank natürlich ein, man konnte ja nicht schweben. Dann war aber Freihung in Sicht und wir freuten uns auf ein Mittagessen im Gasthof "Alte Post". Das Wetter war uns heute doch wohlgesonnen und so konnte man auf dem Rückweg die neue frische Natur nochmal richtig genießen, bevor man sich auf die Heimfahrt machte.