Durchs Taubenbachtal, Spieshof-Ruine Roßstein-Hirschwald

Bei Sonne, blauem Himmel und frischem Wind starteten wir unsere heutige Wanderung in Spieshof, einem kleinen Weiler südöstlich von Mendorferbuch. Gleich gings bergauf, erst Straße dann Waldweg und das erste Ziel war die Burgruine Roßstein, eine ehemalige spätmittelalterliche Adelsburg im östlichen Bereich der Fränkischen Alb im Naturpark Hirschwald. Heute ist die Stelle der ehemaligen Burg dicht mit Wald bewachsen, erhalten hat sich nur noch die Ruine des Wohnturmes und weitere Mauerreste der Hauptburg. Von der Vorburg zeugen nur noch Wälle und Gräben der einstigen Gebäude. Genaue Angaben über Entstehungszeit und Erbauer der Burg Roßstein gibt es nicht, vermutlich aber erbaute Konrad Erlheimer vor 1331 die Burg auf einem nach Nordwesten in das Taubenbach vorspringenden Felsen, der nach drei Seiten steil abfällt. Es war nicht ganz einfach, das kurze steile Stück zur Ruine hinaufzusteigen, auf staubtrockener Erde und trockenem Laub hatte man wenig Halt, noch weniger beim Abwärtsgehen. Am besten peilte man einen Baum an, an dem man bremsen konnte. Dann aber kam dieser wunderbare Wald, der nun schon einen zarten grünen Schleier aufweist und nach Frühling riecht. Laub unter den Füßen und tiefblauer Himmel über uns. Herrlich war das! Feld-, Wald- und Wiesenwege – dazwischen auch Schotter – führten durch eine wunderschöne, sanft hügelige Landschaft. Wir waren ja bereits auf Höhenlage und kamen so über den Brunnberg, den Schallerberg und Königsberg. Da wurden wir doch glatt noch vom Osterhasen aufgehalten, der am Waldrand seine bunten Eier versteckt hat. Die mussten wir natürlich suchen, woran auch Erwachsene noch ihre Freude haben. Bald darauf erreichten wir den Ortsteil Hirschwald der Gemeinde Ensdorf, mit der Schlosskapelle St. Johannes Baptist. Diese Kapelle wird heute Jagdkapelle genannt, denn seit Ende des 15. Jahrhunderts wurde an jedem 4. Sonntag im Monat ein Gottesdienst für den "Waldhaufen" (die Jagdgesellschaft) von einem Pater aus dem Kloster Ensdorf abgehalten. Es gibt hier auch eine im Um- und Renovierungsbau befindliche kleine Gaststätte, die mit Kartoffelsuppe mit Würstchen, Kaffee und Kuchen aufwartete. Mal was Anderes, einfach aber richtig gut. Danach der Rückweg, entgegen aller Erwartungen gings diesmal nicht aufwärts, sondern bequem und stets leicht abwärts durch das Taubenbachtal. Mal im Wald, mal auf freier Flur mit Blick in die Umgebung, wo nun alles grünt und spriest. Natürlich gab es auch noch einen Stopp für so manche Muntermacher und Naschereien. Eine Bank fanden wir zwar nicht, aber ein dicker Baumstumpf tat es auch. An dem noch kleineren Weiler Taubenbach mit seinem Jagdschloss kamen wir noch vorbei und hatten dann nur noch ein paar Kilometer bis zu den geparkten Autos. Wirklich eine tolle und abwechslungsreiche naturnahe Wanderung als Einstieg in den Frühling (CG).