Übern Pinzigberg, Ohrenbach-Michelfeld-Steinamwasser
Eine "Natur-Pur-Wanderung" erlebten wir heute. Es war schon fast überwältigend, wie wunderschön sich die Landschaft jetzt zeigt – Grün, Grün, wohin man schaut und alles voller Knospen und Blüten. Dazu noch Sonne und blauer Himmel – Phantastisch!
In Ohrenbach, einem Gemeindeteil der Stadt Auerbach, begann unsere Tour, führte auch gleich aufwärts bis zur Kapelle auf den Pinzigberg. Die Maria-Hilf-Kapelle auf dem 541 m hohen Pinzigberg wurde 1708 nach einem Gelübde errichtet. Ein Bauer aus Krottensee hatte sich während einer Schlacht des „Spanischen Erbfolgekrieges“ im Mai 1703 bei seinem Dorfe aus Angst um sein Leben in einem Backofen versteckt. In seiner Todesbedrängnis gelobte er, eine Kapelle zu erbauen, falls er mit dem Leben davonkäme. Fünf Jahre später erfüllte er sein Versprechen und ließ auf dem Pinzigberg ein kleines Kirchlein errichten. Dann im Jahre 1945 erwartete man die Bombardierung der Stadt Auerbach. Ein Pfarrer machte damals auf seinem Weg zum Pinzigberg hinauf das Gelübde, einen Kreuzweg zu errichten, wenn Auerbach verschont bleibt. Der Ort blieb verschont und der Kreuzweg wurde in den ersten Nachkriegsjahren errichtet und von dem Münchner Künstler Dirmaier ausgestaltet. Diesen Kreuzweg gingen wir hinab, vorbei an Degelsbach und dem kleinen Ort Reichenbach. Auf Schotter- und Wiesenwegen, immer im Freien und bei frischem Wind, kamen wir nach Michelfeld. Dort gab es erst ein paar Informationen zum Kloster Michelfeld, einer ehemaligen Benedektinerabtei, zum Erzbistum Bamberg gehörend, heute eine Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung. Gegründet wurde das St. Michael und St. Johannes Evangelist geweihte Kloster im Mai 1119 durch Bischof Otto I. von Bamberg. 1884 erwarb der Dillinger Priester Johann Evangelist Wagner das Kloster und seit 1885 ist in der weiträumigen Klosteranlage eine Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung untergebracht, die Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung betreut. Dann durften wir unsere Mittagspause im Gasthof Schindler genießen. Voll besetzt, drinnen und draußen, trotzdem ausgezeichnetes Essen und freundliches Personal. Wir machten uns dann auf den Rückweg, vorbei an der Hämmerlmühle, eine Einöde, durch die der zur Pegnitz führende Flembach fließt. Es ging über den Kammerberg, danach hinab ins Flembachtal. Ein malerisches grünes Tal, weit und still. Gelb leuchtender Löwenzahn mitten auf den Wegen und auf den Feldern war auch der Raps bereits am Blühen. Auch ein paar riesige Felsgebilde begegneten uns hier. Wir kamen noch durch Steinamwasser, ein Ortsteil der Stadt Auerbach, mit der gleichnamigen Burgruine auf einem imposanten Felsen. Die einstige Burganlage stammt aus dem 11. Jhd., zu sehen sind nur noch Überreste der romanischen Burgmauer. Nach einem weiteren kleinen Anstieg waren wir „Auf der Höhe", dann gings abwärts und die restlichen Kilometer wieder eben durch diese heimelige Gegend.
Eine wunderbare Wanderung, ein herrlicher Tag und paradiesische Natur - erfrischend und beschwingend für uns Alle. (CG)
